Mitgefühl mit Tieren. Die Tierrechtsintiative. Mitgefühl mit Tieren heißt Tiere leben lassen | Die Tierrechtsinitiative Mitgefühl mit Tieren publiziert kritische Artikel und Texte zum Mensch-Tier-Verhältnis und zu unserer auf Gewalt basierenden Gesellschaft.

Mitgefühl mit Tieren.

Texte und Gedanken

 

 

 

(Die Texte und Verlinkungen auf dieser Seite werden nicht mehr bearbeitet. Die Seite wird aber online bleiben für eventuelle Verlinkungen. 07.04.11)

 

>> Der erste Genozid des 20Jh.

>> Wählt die Tierschutzpartei

>> Filmempfehlungen

>> Warum Mitgefühl

>> Erklärung und Forderungen

>> Begriffserklärung

 

   

 

Der erste Genozid des 20Jh.

   
       
 

Heute, am 24. April, ist der Internationale Tag gegen Tierversuche. Aber heute jährt sich auch zum 95. Mal der am 24. April 1915 begonnene Völkermord an dem armenischen Volk. Dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschah unter den militanten Nationalisten Enver, Jemal und Talaat Pascha, die 1913 die Führung des Osmanischen Reichs (heutige Türkei) übernahmen und systematisch die Vernichtung der armenischen Bevölkerung planten. Es sollte der erste Genozid des 20. Jahrhunderts werden. Bis zu 1,5 Millionen Menschen wurden durch Massenerschießungen, Hinrichtungen, Folter, Zwangsmärschen und Hunger getötet. Da die türkische Regierung diesen Genozid bis heute leugnet, ist es uns ein Bedürfnis den unzähligen Opfern zu gedenken.

 

Das Verleugnen von Genoziden bedeutet sich mitschuldig zu machen an vergangenen und zukünftigen Verbrechen, denn unaufgearbeitete Geschichte wiederholt sich. Schon „Adolf Hitler zog aus dieser Geschichtsverleugnung seinen Vorteil. Als er 1939 seine Generäle dazu anhielt, bei der Invasion Polens mit äußerster Brutalität vorzugehen, sagte er: „Wer erinnert sich denn heute noch an die Vernichtung der Armenier?“ Mit anderen Worten: Den Türken hat man den Völkermord durchgehen lassen, dann werden auch wir ungeschoren davonkommen.“*

 

Und auch Deutschland wird bis heute seiner Mitschuld als damaliger Verbündeter des Osmanischen Reichs nicht gerecht. In einer Antwort vom 25.02.10 auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke weigert sich die Bundesregierung diesen Völkermord als solchen zu bezeichnen: „Eine Bewertung der Ergebnisse dieser Forschungen sollte Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern vorbehalten bleiben.“ In was für einer Gesellschaft leben wir, wenn es möglich ist einen Völkermord 95 Jahre lang unter den Teppich der Geschichte zu kehren?

 

* Springer, Jane. Genozid. Hildesheim, Gerstenberg Verlag, 2007, S. 38 f.

   
       
       
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Wählt die Tierschutzpartei

   
       
 

Viele TierrechtlerInnen stehen der Tierschutzpartei skeptisch gegenüber, weil diese angeblich "nur" Tierschutz propagiert - also eine Verbesserung der Bedinungen und nicht eine Überwindung der Ausbeutung der Tiere. Fakt ist aber: Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz sieht sich von ihrem "Selbstverständnis her [...] als Teil der Tierrechtsbewegung, deren Anliegen [sie] zu politischem Durchbruch verhelfen [will]." So ist zum Beispiel das Fernziel ihrer Agrar-Politik "Eine tierfreie, rein pflanzliche Landwirtschaft!"

Des Weiteren müssen wir die symbolische Bedeutung erkennen, die ein hoher Stimmenanteil der Tierschutzpartei bei den Wahlen hätte. Ein kleines Gedankenspiel: Angenommen, die Tierschutzpartei würde 5 Prozent der Stimmen bekommen. Dann würden erstens sämtliche Medien über die Tierschutzpartei berichten und die radikalen Tierschutz- und Tierrechtsforderungen der Partei unter das Volk bringen. Gleichzeitig hätte die Tierschutzpartei die Möglichkeit auf gesetzlicher Ebene radikale Tierschutzforderungen zur Diskussion zu stellen. Das Leiden der Tiere würde also intensiver besprochen werden. Der entscheidende Punkt ist aber, wenn die etablierten Parteien sehen, dass ihre Stimmen an die Tierschutzpartei gehen, so wären sie gezwungen, zukünftig ihr Programm im Sinne der Tiere zumindest ein Stück weit zu verbessern. Und bedenkt bitte, wenn ihr die Grünen oder die Linke wählt, so wissen die Parteien nicht, dass es wegen der Tiere ist. Daher halten wir es für ausgesprochen sinnvoll, die Tierschutzpartei zu wählen, wo sie zur Wahl steht.

Wählt die Tierschutzpartei  
       
       
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Filmempfehlungen

   
       
 

Die Welt, in der wir jetzt leben, wird nicht von irgendwelchen unbeeinflussbaren, übermächtigen Faktoren, wie Natur oder Gott, bestimmt. Die Welt,
in der wir jetzt leben, ist das Ergebnis menschlicher Handlungen - früherer Handlungen. Die Welt, in der wir und unsere Nachkommen leben werden, wird das Ergebnis unserer heutigen Handlungen sein. Allen menschlichen Handlungen geht menschliches Bewusstsein voraus. Als Konsequenz bitte ich Dich (LeserIn), dir der Situation bewusst zu werden, in der sich unsere
Gesellschaft befindet und entsprechend zu handeln. Folgende Filme sollen zu dieser Bewusstseinsbildung beitragen (nur eine Auswahl):

 

Earthlings*
"We must learn empathy. We must learn to see into the eyes of an animal and feel that their life has value because they are alive. What happens in slaughterhouses is a variation on the theme of
the exploitation of the weak by the strong. Having the greater power, humans decide when these animals will die, where they will die, and how they will die.

[...]

Ignorance is the speciesist's first line of defense. Yet it is easily breached by anyone with the time and determination to find out the truth.
Ignorance has prevailed so long only because people do not want to find out the truth.

[...]

Animals used for food, used for clothing, used for entertainment, and in scientific experiemnts, and all the oppression that is done to them under the sun, they all die from pain. Each and every one."

 

Your Mommy KILLS Animals

Wichtig: Der Film war ursprünglich dafür ausgelegt, die Tierrechtsbewegung und vor allem PeTA zu diskreditieren! Bitte lest dazu das Interview mit Florian Radke.

 

"Augenscheinlich mag Amerika nicht, was ich zu sagen habe. Sie hören gerne, dass Hamburger 99 Cent kosten.

 

Jake Conroy: 4 Jahre, 1 Million Dollar Strafe
Andy Stepanian: 3 Jahre, 1 Million Dollar Strafe
Lauren Gazzola: 4,5 Jahre, 1 Million Dollar Strafe
Darius Fulmer: 1 Jahr, 1 Million Dollar Strafe
Josh Harper: 3 Jahre, 1 Million Dollar Strafe
Kevin Kjonaas: 6 Jahre, 1 Million Dollar Strafe

 

All das für Tiere? Die gleichen Fragen wurden immer wieder gestellt in allen Bewegungen für soziale Gerechtigkeit. Und nun wird es endlich wegen Tieren gefragt. Ja! All das für ein Tier."

 

Tod im Labor
-Warum Tierversuche sinnlos sind

 

"Das Tierschutzgesetz schützt die Wissenschaftler davor wegen Tierquälerei belangt zu werden. Die Tiere schützt es nicht. [...]

Die tierexperimentell ausgerichtete Forschung will uns seit Jahren weiß machen, wir müssten uns zwischen einer Ratte und einem geliebten Menschen entscheiden. Aber das ist natürlich Unsinn. Wir müssen uns nur entscheiden zwischen guter Wissenschaft und schlechter Wissenschaft. [...]

Einer der Hauptgründe für Tierversuche ist Geld. Ein ganzer Industriezweig lebt vom Tierversuch. Züchter, Händler, Futterlieferanten, Hersteller von Käfigen und Zubehör, Wissenschaftler, Institute und so weiter. Sie alle verdienen an Tierversuchen."

 

Home

"Mit dem Öl begann das Zeitalter, in dem sich der Mensch von den fesseln der Zeit befreit. Das Öl brachte Einigen von uns ungeahnten Komfort. Wir haben in fünfzig Jahren - nicht einmal die Spanne eines Menschenlebens - die Erde radikeler verändert als alle Generationen vor uns."

 

"Je höher entwickelt ein Land ist, desto mehr Fleisch verbrauchen seine Einwohner. Wie kann der weltweite Bedarf befriedigt werden, ohne riesige gefängnisgleiche Viehfarmen? Schneller und immer schneller. Die künstlich beschleunigte
Fleischproduktion ist heute Alltagsgeschäft. In diesen riesigen Umzäunungen mit Millionen von Rindern wächst kein Grashalm. Eine Armada von LKW aus allen Ecken des Landes bringt Tonnen Futtergetreide, Sojamehl und proteinreiches Granulat. Das Alles wird zu Tonnen von Fleisch."


"Wir müssen akzeptieren, was offensichtlich ist. Alles, was wir gesehen haben, sind Auswirkungen menschlichen Verhaltens. Wir haben die Erde nach unseren Vorstellungen geformt. Wir haben wenig Zeit für Veränderungen. Wie kann dieses Jahrhundert die Last von neun Milliarden Menschen tragen, wenn wir uns weigern, Rechenschaft über unser Tun abzulegen?"

 

11th Hour - 5 vor 12

"Wir haben einen Planeten, der sich wie ein infizierter Organismus verhält."


"Ich denke es war der menschliche Verstand, der unser Gleichgewicht mit der Natur zerstört hat."


"Es herrscht die Illusion, die Menschen existieren isoliert von der Natur. Der Realität entspricht aber, dass wir Teil der Natur sind. Mehr noch, wir sind Natur."

 

"Unsere Kultur basiert auf der Annahme, dass wir die höchste Lebensform auf der Erde sind, [...] dass wir die Herrscher über alle Lebensformen sind."


"Die Industriegesellschaft hat irreparable Schäden angerichtet und die Auswirkungen werden immer größer."


"Das Problem ist nicht die Technologie, nicht zu viel Kohlendioxid, die globale Erwärmung oder der Müll. All das sind Symptome. Das wahre Problem
ist unsere Denkweise. Im Grunde ist es ein kulturelles Problem."


"Es genügt nicht, die Politik ein wenig zurechtzurücken."


"Es wird vielleicht keine Menschen mehr geben, aber die Erde wird sich erholen. Und wissen Sie, warum? Weil die Erde alle Zeit der Welt hat,
wir aber nicht."

 

Let's make money

"Der Washingtoner Konsens stammt aus den 70-er Jahren. Der Internationale Währungsfonds
und die Weltbank starteten dieses Projekt auf der Basis von 4 Schlüsselfaktoren:
Die erste Maßnahme bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte auf der ganzen Welt. Kapital sollte sich frei von einem Land zum anderen bewegen können. Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. Es ging darum, Handelsbarrieren abzuschaffen, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von
Entwicklungsländern errichtet worden waren, um ihre eigenen Industrien zu schützen. Die dritte Maßnahme bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um die Investitionsmöglichkeiten des Staates zu reduzieren. Anders gesagt, wurden die
Steuereinnahmen so reduziert, dass die Staaten nichts mehr tun konnten, um ihre Bürger zu schützen. Die vierte Maßnahme verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei wurde mehr oder weniger sichergestellt,
dass bei dieser Privatisierung die Industrien unter ihrem tatsächlichen Wert an fremde Kapitalanleger verkauft wurden. Das sind die 4 politischen
Druckmittel, die vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank angewandt werden, die Neo-Liberalismus genannt werden."

 

We feed the world

"Was man nicht sieht, das ist die Angst, die tägliche Angst vor dem nächsten Tag.
In Brasilien gibt es einen Brauch, der ganz konkret ist. Die Mütter von Nord-Ost-Brasilien, also in den Elendsstaaten im Nord-Osten des Landes, wenn die Kinder vor Hunger weinen, am Abend, in den Kanisterstätten, dann stellt die Mutter eine Pfanne mit Wasser auf den Herd, legt Steine herein und dann kochen diese Steine und die Mutter sagt
"Wartet, wartet, das Essen ist gleich bereit" und hofft das in der Zwischenzeit die hungernden Kinder einschlafen und mit Weinen aufgehört
haben. Das passiert jeden Tag in tausendfacher Wiederholung...

 

Freihandel hat mit Freiheit überhaupt nichts zu tun. Das ist eine riesige Lüge. Es ist die Freiheit des Raubtiers im Dschungel."

 

Darwins Alptraum

"So viele Fischer sterben, aus Geldmangel. Und zweitens, so viele Frauen, die ihre Ehemänner wegen Aids verloren haben. Nach dem Tod ihres Mannes kommen sie zum See und werden Prostituierte. Sie verursachen den Tod vieler Fischer. [...] Ich glaube, wir haben jeden Monat 10 bis 15 Todesfälle. Und es ist ein kleines Dorf ..."

 

"Pro Tag essen zwei Millionen weisse Menschen Viktoria-Fisch." [Anmerkung: Hierbei handelt es sich um die zerstückelten Körper von ermordeten fühlenden Wesen.]


"Das ist 'das Gesetz des Dschungels'. Starke Tiere haben eine Chance zu überleben. Wenn wir sagen 'die Stärkeren'... betrachten wir vielleicht...
die Europäer als stärker als den Rest. Denn das sind die Leute, die den Int. Währungsfonds haben. Sie besitzen die Weltbank und den Welthandel."


"Zeigen Sie nicht nur die negative Seite! Sehen Sie auch das Positive."


"... weil wir gekommen sind, um den Viktoria See zu verkaufen!"

 

"Die grösste Schwierigkeit ist das Ammoniak Gas... Es kann Durchfall auslösen. Das Gas kann deine Augen zerfressen."


"Die Fischfabriken sind wirklich auf Weltniveau ... es ist wirklich grossartig."


"Das UN Welternährungsprogramm, WFP, appellierte an die internationale Gemeinschaft um Finanzhilfen von 17 Millionen Dollar um 2 Millionen
Menschen in Tansania zu ernähren ..."

 

Screamers* (von und mit System of a Down)

"Wenn man einen Genozid leugnet, ob das der Holocaust war oder der armenische Genozid, macht man sich nicht nur an den vergangenen Genoziden mitschuldig, sondern macht es auch wahrscheinlicher, dass weitere Genozide
folgen."

 

"Es ist niemals profitabel, die Opfer eines Genozids zu retten. Wir müssen unsere Prioritäten ändern, von Profit zu den Menschen. Bis wir das tun, werden die Genozide weitergehen. Die Holocausts gehen weiter, und wir leben diesen Holocaust
als Planet, alle zusammen."

 

"Genozid ignorieren zeugt weitere Genozide."

 

Siehe dazu auch: Aghet - Ein Völkermord

"Ich habe meine Totenkopfverbände bereitgestellt mit dem Befehl, unbarmherzig Mann, Weib und Kind polnischer Abstammung in den Tod zu schicken. Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?"

(Adolf Hitler, 22.08.1939)

 

Monsanto - Mit Gift und Genen

"Sobald sie als Norm eingeführt haben, dass Saatgut ihr Eigentum sein kann, Lizenzgebühren vereinnahmt werden können, werden wir für das Saatgut aller Nutzpflanzen, die wir anbauen, von Monsanto abhängig sein. Kontrollieren sie das Saatgut, kontrollieren sie auch die Lebensmittel, das ist ihre Strategie. Das verschafft mehr Macht als Bomben, ist mächtiger als Gewehre. Das ist das wirkungsvollste Mittel um die Völker der Erde
zu beherrschen."

 

Unser täglich Brot

"..."

 

* nicht für Kinder und Jugendliche geeignet

 

Rind

 
       
       
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Warum Mitgefühl mit Tieren

   
       
 

Die Grundforderung von Mitgefühl mit Tieren liegt in folgender Überlegung: Konsequentes Einfühlen in die geschundene Kreatur lässt uns die Situation der Tiere intuitiv verstehen und dient als Motor, uns immer weiter mit dem Problem der Tierausbeutung zu beschäftigen bis eine Lösung gefunden ist.

 

Ein umfassendes Mitgefühl mit allen fühlenden Wesen lässt uns - in Verbindung mit intellektuellen Analysen - die Situation der Lebewesen verstehen. Dieses Verstehen ist aber mehr als ein intellektuelles Begreifen, welches aus Analysen und Erklärungen hervorgeht, sondern ein vollständiges Bewusstsein.

 

Mitgefühl mit Tieren, konsequent umgesetzt, heißt also die Situation der Tiere in der menschlichen Gesellschaft vollständig zu erfassen - die gesamte schreckliche Tragödie. Aus diesem Verständnis erwächst dann ganz natürlich der Wunsch nach einer Befreiung der Tiere, so dass diese ein selbst bestimmtes Leben führen können.

 

Rind  
       
       
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Mitgefühl mit Tieren.
       
 

Erklärung und Forderungen der Tierrechtsinitiative Mitgefühl mit Tieren.

   
       
 

Die Tierrechtsinitiative Mitgefühl mit Tieren möchte einen Beitrag zur Befreiung der Tiere leisten und stützt sich hierbei zumindest zum Teil auf die buddhistische Lehre. Hierbei ist es nicht unsere Absicht die Theorie und Praxis der Tierrechts- bzw. Tierbefreiungsbewegung mit religiösen Glaubenskonstrukten zu vermengen und die politischen Forderungen zu verwässern. Ziel der Tierbefreiungsbewegung ist die Beendigung der gesellschaftlichen Ausbeutung nicht-menschlicher Tiere. Die dargelegten Aspekte und Theorien aus der buddhistischen Lehre sollen hierbei im Wesentlichen dazu dienen, andere weltanschauliche und philosophische Perspektiven zum Problem der Tierausbeutung aufzuzeigen und konstruktiv zu Diskussionen beizutragen.

 

 

Die nicht-menschlichen Tiere sind in der derzeitigen Gesellschaft vom harmonischen Zusammenleben
ausgeschlossen. Auch wenn Tiere laut dem deutschen Tierschutzgesetz (TierSchG §1) unsere
Mitgeschöpfe sind, deren "Leben und Wohlbefinden zu schützen" unsere Verantwortung ist, werden sie de facto von den gesellschaftlichen Verhältnissen
nicht als solche betrachtet und entsprechend wie Objekte (Rohstoffe, Maschinen etc.) behandelt.

 

Ihre grundlegenden Interessen nach Freiheit, körperlicher Unversehrtheit und Leben werden grob missachtet, solange sie zum Nutzen der Menschen verwertet werden (dürfen).

 

Diesen gesellschaftlichen Missstand aufzuheben - bedeutet Tierbefreiung - ist unser Grundanliegen. Sicherlich müssen hierfür die verschiedenen
(aber im Zusammenhang zu betrachtenden) Themen Mensch-Tier-Verhältnis, Speziesismus,
Herrschaft, Tierbeherrschung, Naturbeherrschung, Tierrechte, Tierbefreiung uvm. umfassend und differenziert diskutiert werden. Gleichzeitig sehen wir aber im Mitgefühl und im Einfühlungsvermögen (Empathie) eine starke Kraft, welche den gesellschaftlichen Prozess der Tierbefreiung unterstützt und antreibt (und in Einzelfällen sogar Leben retten kann).

 

Die Menschen entscheiden ständig über ihr Verhältnis zu den Tieren: Politiker entscheiden Gesetze über den Umgang mit anderen Tieren; Richter entscheiden, ob bestimmte Formen der
Tierausbeutung weitergeführt werden dürfen oder nicht; Mediziner entscheiden, ob sie sich an der Folter (der Tierexperimente) beteiligen wollen; Jäger können entscheiden, ob sie morden wollen oder nicht; jeder Mensch entscheidet, ob er vegane Produkte konsumieren will oder nicht.

 

Wir glauben, in jeder Entscheidungssituation reicht ein kritischer Impuls, der das Bestehende in Frage stellt, auf der einen Seite und Mitgefühl mit dem ausgebeuteten Tier auf der anderen um die Entscheidung zum Wohle der Tiere zu beeinflussen und ein ausbeutungsfreies Zusammenleben herbeizuführen.

 

 

Wir fordern nicht zu Veganismus (Vegetarismus) auf - wir fordern, das bestehende Mensch-Tier-Verhältnis zu hinterfragen und sich mit Tierausbeutung zu befassen. Aus dem Verständnis der Tierausbeutung entsteht ganz natürlich
der Wunsch vegan zu leben. Es handelt sich um ein kontinuierliches Wechselwirkungsverhältnis
zwischen zunehmender Befreiung der Tiere und veganer Lebensweise.

 

Wir stehen für die politische Forderung Mitgefühl zu entwickeln. Die gesellschaftlichen Verhältnisse sollten unserer Ansicht nach stärker von Mitgefühl geprägt sein.

 

 

Es gibt (gerade im Buddhismus) Methoden mit denen Mitgefühl entwickelt werden kann.
Die Menschen sollen die Bereitschaft entwickeln, solche Methoden anzuwenden und ein Wohlwollen allen fühlenden Wesen gegenüber entwickeln.

 

 

Wir fordern zu kritischem Denken auf:

Alle Theorien und alle bestehenden Strukturen
sollen hinterfragt und vorurteilsfrei untersucht werden. Kritisches Denken muss dabei losgelöst von persönlichen Interessen (Geld, Macht, Arbeitsplatz, Gewohnheit, Gaumenfreuden, Identifikation mit Theorien etc.) kultiviert werden.

 

 

Ein Beispiel zur Umsetzung der Forderungen: Kritisches Denken und Empathie gehören in den Lehrplan der Schulen.

Es ist schön, wenn unsere Kinder die Funktionen der verschiedenen Organe von Säugetieren im Biologieunterricht lernen, sie sollten aber auch lernen, dass diese Wesen Gefühle und Wünsche
haben und Mitgefühl mit den Tieren entwickeln. Schreiben, Lesen, Rechnen, Einfühlungsvermögen und kritisches Denken sollten Grundbestandteile unseres Bildungswesens sein.

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Mitgefühl mit Tieren.
       
 

Begriffserklärung

   
       
 

Die Erklärungen sind nicht als fixe Definitionen zu verstehen, sondern sollen einen Eindruck davon geben, wovon auf der Seite gesprochen wird.

 

 

Tiere
Wenn auf dieser Seite von "Tieren" gesprochen wird, so sind wir uns sehr wohl bewusst, dass zu den "Tieren" auch der Mensch, genauso wie Insekten, Muscheln oder Schwämme gehören.
Jedoch sind mit dem Begriff in der Regel die "Nutztiere" gemeint, welche für Nahrung, Kleidung, wissenschaftliche Zwecke oder Unterhaltung verwertet werden.

 

Der Mensch sei also je nach Kontext ausgeschlossen und die biologisch weniger
entwickelten Tiere seien nur Ansatzweise mit einbezogen. Wenn also  allgemeine Aussagen über die Tiere gemacht werden, dann sind (je nach Zusammenhang) nicht-menschliche, höher entwickelte Tiere wie Säugetiere, Vögel oder Fische gemeint. Aussagen wie "Tiere sind leidensfähig" oder "Tiere sind intelligent" meinen demnach, dass Hunde, Schweine oder Forellen (eben Tiere, die für gewöhnlich vom Mensch genutzt werden) leidensfähig oder intelligent sind, wobei auf Menschen diese Aussagen natürlich auch zutreffen, was aber für die jeweiligen Argumentationen irrelevant ist.

Im Gegensatz dazu werden aber Insekten oder Schwämme nur wenig bis fast gar nicht leidensfähig oder intelligent sein, so dass die Argumentationen hier nur Ansätze zur Diskussion bieten.

 

Wir möchten aber auch keine neue Definition einführen, welche weniger entwickelte Tiere ausgrenzt. Wir gehen davon aus, dass es keine feste Grenze zwischen intelligenten, leidensfähige Tieren und nicht-intelligenten, nicht-leidensfähigen Tieren gibt. Vielmehr gibt es eine stufenlose Steigerung dieser moralisch relevanten Eigenschaften
von Spezies zu Spezies und sogar von Individuum zu Individuum. Diese Sichtweise wird von der Evolutionstheorie gestützt.

 

 

Tierrechte
Eigentlich geht es nicht darum, Tieren tatsächlich (juristisch) Rechte zu geben, was aber sicher begrüßt wird. Wenn hier von Tierrechten gesprochen wird,  dann ist damit eher die moralische Einschränkung menschlicher Handlung aufgrund elementarer Interessen der Tiere gemeint. Der Mensch hat sich das Recht gegeben, basierend auf seiner Macht über das Tier, die Tiere zu verwerten.

Diese Nutzung der Tiere und die damit einher-
gehende Missachtung der grundlegenden Interessen (Leben, Unversehrtheit, Freiheit)
der Tiere soll kritisiert und aufgelöst werden.

 

 

Tierbefreiung
 Gesellschaftlicher Zustand, in dem Tiere als autonom handelnde und fühlende Wesen geachtet und behandelt werden, so dass alles menschenmögliche getan wird, dass sie nicht mehr vorsätzlich oder fahrlässig getötet werden. Alle
Tiere sollen ein freies, selbst bestimmtes Leben in Würde führen dürfen. (Die Würde des Tieres heißt, dass Tiere nicht mehr wie Tiere behandelt werden sollen.)

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